Grün-schwarz hat die Breisgau-S-Bahn aufgegeben

Veröffentlicht am 27.06.2021 in Kreisverband

Die Breisgau-S-Bahn ist nach wie vor das Problemkind beim ÖPNV im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Kreisrat Oswald Prucker beleuchtet die Situation und zeigt, wie desinteressiert und arrogant das grüne Stuttgarter Verkehrsministerium in dieser Sache unterwegs ist.

Ungefähres Transkript des Videos:

Die Breisgau-S-Bahn bleibt unser Sorgenkind im ÖPNV und wir sind weit von dem entfernt, was für die Bahn einmal vorgesehen war. Durchgängige Verbindungen vom Kaiserstuhl bis in den Hochschwarzwald, von Breisach und Endingen bis Seebrugg und Titisee-Neustadt. Nach der katastrophalen ersten Zeit wurde ein Interimsfahrplan eingeführt, der eben nicht jeweils durchfährt und der auch den Halbstundentakt nicht mehr exakt einhält.

Das funktioniert so ungefähr, aber rund läuft es nicht. Jede Woche erleben die Stammgäste Zugausfälle, oft fährt nur ein halbes Gespann zwischen Gottenheim und Schwarzwald und dann ist es in den Zügen kuschelig eng, als gäbe es keine Pandemie.

Jeder Bürgermeister und jeder Kommunalpolitiker kann nach wie vor von wütenden Reaktionen berichten und so mancher treue S-Bahn-Pendler ist wieder auf’s Auto umgestiegen. Ich persönlich kann das niemandem verdenken.

Eine schnelle Lösung zu diesem Problem wird es wohl nicht geben. Der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), der den Nahverkehr in der Region organisiert, hat aber immerhin einen Vorschlag, wie man mit den technisch wohl sehr anfälligen Alstron-Zügen bei Zugausfall umgehen kann oder auch dann, wenn wegen betrieblicher Probleme Ersatzzüge gebraucht werden.  Linderung versprächen zwei weitere Fahrzeuge. Damit könnte man leichter Ersatz auftreiben, das ist nachgerechnet, das geht.

Mehrfach hat der ZRF diese Bitte schon an Verkehrsminister Hermann geschickt. Insgesamt acht Briefe haben Landrätin Störr-Ritter, Landrat Hurth und OB Horn geschrieben. Beantwortet hat der Herr Minister bisher nicht einen selbst. Nicht einen! Antwort kam immer vom Ministerialdirigenten.

Die letzte Antwort hat es in sich, die kriegt man wohl nicht mehr mit Galgenhumor weggelacht, die treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Da steht doch tatsächlich, dass sich die „Betriebsqualität sehr positiv entwickelt hat“. Die Pünktlichkeit läge bei sagenhaften 95-98%. Spitzenwerte wären das in Baden-Württemberg. Kein Wunder, wenn man die ausgefallenen Züge halt einfach nicht mitzählt. Kein Wunder, wenn der Zug der Pünktlichkeit halber den Fahrgästen vor der Nase wegfährt, die zwangsweise umsteigen und jetzt eine halbe Stunde warten müssen. Ein Hohn!

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie die Stammfahrer in der Breisgau-S-Bahn reagieren würden, wenn ich diesen Brief mal im Zug vorlesen würde. Ich mag es mir nicht vorstellen.

Erklären kann ich mir dieses wirklichkeitsfremde Gefasel eigentlich nur damit, dass Stuttgart und der Verkehrsminister schlicht das Interesse an der Bahn verloren haben. Das erklärt vielleicht auch, dass man von den Herren Landtagsabgeordneten Pix und Rapp der grün-schwarzen Regierungsfraktionen auch so gar nichts zum Thema hört. Sie wären eingebunden, heißt es. Kurz angebunden, trifft es schon ein bisschen besser. Abgetaucht, so ist es richtig.

Ich fasse also zusammen: Von grün-schwarz haben wir in Sachen Breisgau-S-Bahn nichts zu erwarten. Konkrete Verbesserungsvorschläge aus der Region werden nicht mal beantwortet. Ein Gutachten wolle man demnächst mit allen Beteiligten entwickeln. Will ich auch immer, wenn ich keine Lust habe. Die sogenannte Verkehrswende war nur Wahlkampfgedöns. Hermann interessiert sich nicht, ihm reichen die Hochglanzbroschüren und der schicke Webauftritt seiner bwegt-Kampagne.

Oswald Prucker

 

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